CASH
12. Dezember 2008, S. 14
Zurich
Instruments, Preclin Biosystems und Prediggo sind sehr junge Firmen. Doch sie können
bereits wichtige Erfolge verbuchen.
TEXT:
CLAUS NIEDERMANN FOTO: BEN HUGGLER, ALFONS GUT

Die
Gründer von Zurich Instruments: Die beiden ETH-Ingenieure Flavio Heer und Sadik
Hafizovic mit Designer Beat Hofstetter (v.l.n.r.).
Die
Geschäftsidee hatten die drei Firmengründer vor eineinhalb Jahren. Und schon
ist ihre Zurich Instruments AG auf Erfolgskurs. Die Firma konnte das renommierte
Berliner IZM Fraunhofer Institut als Kunde gewinnen. Mitte Oktober wurde die
Jungfirma mit dem Start-up-Label der Innovationsagentur KTI ausgezeichnet. Gut
einen Monat später über- standen die Junguntemehmer die dritte Runde bei
venture kick und sicherten sich weitere 100’000 Franken Start-up-Kapital,
nachdem sie bereits in den vorherigen beiden Runden 30’000 Franken abgeholt
hatten.
Zurich Instruments ist auf dem
Gebiet der Lock-in-Verstärker aktiv. Solche Geräte können feinste Signale,
die bis zu 1000fach durch Rauschen übertönt werden, herausfiltern und
wiederherstellen. Solche Verhältnisse sind in vielen Anwendungen in der
Elektrotechnik und Physik gegeben. Deshalb gehören Lock-in-Verstärker zur
Standardausstattung von Forschungslabors, werden aber auch in Radaranlagen und
in Magnetresonanz-tomographen MRI eingesetzt. Dem ETH-Spin-off ist es nun
gelungen, als Ersatz für die bisher analogen Geräte einen digitalen Verstärker
zur Serienreife zu bringen, dessen Frequenzbereich 100 Mal höher ist als jener
der Konkurrenz. «In der Magnetresonanztomographie zum Beispiel hat unser
digitaler Lock-in Verstärker eine Leistung wie vier konventionelle Modelle und
ist deshalb wesentlich günstiger», bringt es CEO Sadik Hafizovic auf den
Punkt. www.zhinst.com

Frühphasen-Tests
für Medikamente
Auch
Bettina Ernst und Kollege Ben Marsland haben es geschafft. «Dank venture kick,
einem zinslosen Darlehen der Volkswirtschaft-Stiftung und einem zusätzlichen
Investor haben wir die Seed-Finanzierung abgeschlossen», sagt die junge Chefin
der im Juni gegründeten Preclin Biosystems AG mit Sitz im Biotech-Zentrum in
Schlieren. Die promovierte Biochemikerin verfügt über einen MBA-Abschluss und
ist bestens gerüstet für den Firmenaufbau. Zudem kann sie auf die Unterstützung
von Georges Haas zählen, den ehemaligen Forschungsleiter der Ciba-Geigy , der
im Beirat des Start-ups Einsitz genommen hat. Preclin Biosystems entwickelt
Methoden, wie die Wirksamkeit von Medikamentenkandidaten frühzeitig abgeschätzt
werden kann. Das spart den Biotechnologie- und Pharmaunternehmen Geld und Zeit.
Entsprechend gross ist das Interesse in der Branche. Ernst wörtlich: «Unternehmen
aus ganz Europa wollen mit uns zusammenarbeiten.» www .preclinbiosystems.com
Mehr
Umsatz für Online Shops
Bereits erste Kunden hat auch die Lausanner Prediggo von Vincent Schickel-Zuber. Das Produkt: eine Software, die zum Beispiel den Nutzern eines Internet-Shops personalisierte Kaufempfehlungen abgibt. «Die Prediggo Personalisation Suite erhöht bei Online Shops, Marktplätzen und News-Webseiten die Anzahl der Seitenaufrufe, die Verweilzeit und letztlich die generierten Umsätze», sagt der Firmengründer. Der Vorteil gegenüber der Konkurrenz: hohe Treffsicherheit und die Tatsache, dass die schlanke Software auf den Servern der Kunden laufen kann und somit Dritte keinen Zugang zu kritischen Geschäftsinformationen haben. www.prediggo.co
03.12.2009