ETH Globe Nr.4/November 2009, S. 5
Strom aus dem Auspuff
greenTEG GmbH
Thermoelektrische Generatoren nutzen den Temperaturunterschied zwischen einer Wärmequelle und der Umgebungstemperatur zur Stromproduktion. In der Industrie wird mit solchen Generatoren die Abwärme bereits seit Längerem in elektrischen Strom umgewandelt. Dem Forscher Wulf Glatz ist es im Rahmen seines Doktorats an der ETH Zürich gelungen, den Umwandlungsprozess auch für kleine Einheiten zu optimieren. Der 35-Jährige hat zusammen mit seinem Team in der Gruppe für Mikro- und Nanosysteme eine Methode entwickelt, mit der solche Kleingeneratoren kostengünstig fabriziert werden können. Dafür wurde ihm der «swisselectric research award 2009» verliehen. Der Preis zeichnet Forscherinnen und Forscher aus, die «die Forschung für eine ausreichende, sichere, preiswerte und umweltgerechte Stromversorgung voranbringen».
Mit den neuen Generatoren können auch Temperaturunterschiede von weniger als 10 Grad Celsius effizient genutzt werden. Sie besitzen keine beweglichen Teile, was sie ausgesprochen wartungsfreundlich macht. Ausserdem sind sie sehr dünn und flexibel, womit sie sich auch für den Einsatz auf gekrümmten Oberflächen eignen. Die thermoelektrischen Generatoren können zum Beispiel auf den Auspuff geklebt werden, wo sie die ausströmende Abwärme in Elektrizität konvertieren und damit andere Stromgeneratoren ersetzen können, die bis zu zehn Prozent des Benzinverbrauchs verursachen. Die Vision von Glatz geht so weit, dass in Zukunft sogar Körperwärme in Strom umgewandelt werden kann.
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02.12.2009