Neue Zürcher Zeitung vom 15.09.2009, Nr. 213, S. 23
Alcon akquiriert Zürcher Firma Esbatech
Zahlung von bis zu 439 Millionen Dollar
ai. Die Nestlé/Novartis-Tochter Alcon, ein auf die Behandlung von
Augenerkrankungen spezialisierter Konzern, übernimmt die ebenfalls im Bereich
der Ophthalmologie tätige, in Schlieren ansässige Firma Esbatech. Für den
Kauf dieses kleinen Biotech-Betriebs, der 50 Personen beschäftigt, wendet das
US-Unternehmen den stolzen Betrag von 150 Mio. $ in bar auf; und falls es
gelingt, gewisse Meilensteine in der Forschung und Entwicklung zu erreichen, könnte
die Kaufsumme gar auf 439 Mio. $ steigen. Im derzeitigen biotechnologischen
Umfeld stellt der Esbatech-Deal einen raren Lichtblick dar und bietet den
privaten Investoren, zu denen unter anderen HBM und Novartis Bioventures gehören,
die Möglichkeit, ihr Engagement mit Gewinn zu beenden. In letzter Zeit hatten
die hiesige Biotechfirmen eher mit negativen Nachrichten - gescheiterten oder
verzögerten Zulassungen neu entwickelter Wirkstoffe - von sich reden gemacht.
Mit
Esbatech sichert sich Alcon mehr Präsenz im Bereich Biotechnologie und erhöht
damit die Wachstumsaussichten. Das Schlieremer Unternehmen, das 1998 aus einem
Spin-out der Universität Zürich entstanden war, ist auf die Entwicklung von
antikörperbasierten Medikamenten spezialisiert, die gegen eine Vielzahl von
Augenerkrankungen einsetzbar sind. - Die vereinbarte Transaktion umfasst sämtliche
Esbatech-Technologien im Bereich der Augenheilkunde. Dagegen verbleiben die
Rechte an den nicht-ophthalmologischen Technologien bei den bisherigen privaten
Aktionären und werden in eine neue Firma namens Delenex Therapeutics
eingebracht.
Weiterer Artikel im Zürich-Teil
02.12.2009